|
|
 |
 |
|
In allen meinen Becken werden ausschließlich Hamburger Mattenfilter als kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Innen- oder Außenfiltern eingesetzt. Dieser Filter ist auch für handwerklich unbegabte Menschen relativ einfach selber zu bauen. Zwei verschiedene Bauweisen wende ich in meinen Aquarien an, die klassische gerade Matte an der Seitenwand des Aquariums und die Eckbauweise.
|
 |
 |
 |
|
Das geniale an einem Hamburger Mattenfilter (HMF) ist die einfache Bauweise, die geringen Kosten und der hohe Wirkungsgrad. Für den Einbau werden nur eine offenporige Filterschaumstoffmatte, eine Pumpe (z. B. Eheim compact) oder Luftheber mit Luftpumpe und gegebenenfalls ein paar Glasstreifen benötigt. Informationen über die Wirkungsweise eines HMF bekommt man ausführlich auf der Seite von Olaf Deters, der dort auch einige Tools zur Verfügung stellt, um die ideale Größe der Filtermatte auszurechnen.
|
|
|
Einbauanleitung
|
|
 |
 |
|
Die ersten Mattenfilter wurden einfach an eine Seitenscheibe gebaut. Dies ist wohl auch die gebräuchlichste Bauweise. Hierfür ist eine Filtermatte mit einer Stärke von 5 cm erforderlich, da der HMF bei dünneren Schaumstoffmatten nicht die erforderliche Stabilität hat. Jedoch nehme ich in kleinen Zucht- bzw. Garnelenbecken nur eine 3 cm starke Matte, die jedoch mittels zweier Plexiglasstreifen gehalten wird. Plexiglas bekommt man in jedem Baumarkt und ist recht leicht zu bearbeiten.
|
|
|
 |
 |
|
Mittels Aquariensilikon werden die Streifen im vorher errechneten Abstand an die Seitenscheiben angebracht. Wichtig ist, dass zwischen Glasscheibe des Beckens und Matte genug Raum zum zirkulieren des Wassers ist, die Schaumstoffmatte also nicht am Glas der Seitenscheibe anliegt. Ansonsten saugt die Pumpe das Beckenwasser nur an einer Stelle durch die Matte. Für die einwandfreie Funktion eines HMF ist es aber wichtig, dass die Pumpe oder der Luftheber das Aquarienwasser möglichst gleichmäßig über die gesamte Breite der Schaumstoffmatte ansaugt.
|
|
 |
 |
|
Das Ansaugrohr 1-2 cm über dem Boden montieren und den Auslass über oder durch die Matte leiten. Luftheber besitzen den Nachteil, dass sie recht laut sind. Ein deutlich zu hörendes Blubbern lässt sich oft nicht vermeiden. Wenn das Auslassrohr direkt auf Höhe des Wasserspiegel montiert wird, lässt sich dieses Geräusch jedoch reduzieren. In meinen Fall ist dies nicht notwendig, da die Becken in einem Abstellraum stehen und das blubbern niemanden stört.
|
 |
 |
|
Nicht immer ist es notwendig einen Hamburger Mattenfilter mit solch einer großen Filterleistung zu installieren. Auch aus Platzgründen benutze ich meistens die Eckbauweise des Mattenfilters. Hierfür werden in einer Ecke des Beckens zwei Führungsschienen aus Glas oder Plexiglas geklebt. Nach dem Austrocknen des Silikons wird die Matte leicht gebogen zwischen die Glasstreifen geklemmt. Natürlich sollte wieder mittels der entsprechenden Berechnungstools die ideale Größe errechnet werden. Jedoch darf die Krümmung der Matte nicht zu stark sein, da sich sonst die Poren der Matten im inneren Kreis zu stark verdichten und die Durchflussgeschwindigkeit verringert wird. In kleineren Becken ist dies nur nicht immer so einfach, wenn man nicht unnötig viel Platz für den HMF verwenden will.
|
 |
 |
|
In allen meinen Aquarien wird ausschließlich Quarzsand mit einer Körnung 0,2 - 0,7 mm als kostengünstige Alternative zu teurem Aquarienkies verwendet. Ein 25 kg-Sack kostet mich bei Obi nur etwa EUR 5,00. Mehr Informationen zu den Vorteilen von Sand im Aquarium gibt es auch auf den Seiten von Olaf Deters. Da es sich bei diesen Becken nur um Garnelen- und Zuchtbecken mit den Maßen 40x25x25 cm handelt, die nicht sehr dicht bepflanzt werden sollen, bringe ich nur 2-3 cm Sand ein.
|
|
|
 |
 |
|
Eine Moorkienwurzel sorgt für natürliche Versteckmöglichkeiten für die gejagten Weibchen meiner Kampffische. Die Wurzeln lassen sich gut mit Javamoos und Javafarn bepflanzen. Hierzu werden einfach ein paar Fasern Javamoos und ein kleines Rhizom Javafarn auf der Wurzel mittels Nylonschnur (gibt es im Baumarkt) festgebunden. Mit der Zeit wachsen die Pflanzen auf der Wurzel fest. Moorkienholz hat weiterhin den Vorteil, dass es Huminstoffe beinhaltet, die langsam an das Aquarienwasser abgegeben werden und somit das Mikroklima im Becken für die Fische angenehmer gestalten. Weitere Informationen zur Wirkung von Huminstoffen gibt es hier.
|
|
 |
 |
|
Vor dem Einpflanzen von Wasserpflanzen etwas Wasser ins Becken geben, Töpfe und Steinwolle entfernen, sowie die Wurzeln auf etwa ein Drittel ihrer Länge kürzen. Damit erreicht man ein schnelleres Anwachsen der Pflanzen. Übrigens gibt es viele Aquarianer, die regelmäßig Wasserpflanzen beim gärtnern in ihren Becken wegschmeißen.
|
 |
 |
 |
|
Gerne geben diese kostenlos oder gegen Portoerstattung Pflanzen ab. In den diversen Aquaristikforen findet man z. B. Kontakt zu solchen. Tipps für das Einrichten von schönen Unterwasserlandschaften gibt es kostenlos bei dennerle.de. Damit beim Einfüllen des Wassers die sorgsam geplante und mühevoll eingepflanzte Pflanzenpracht nicht gleich wieder zerstört wird, bietet es sich an das Wasser hinter dem Mattenfilter einzuleiten oder auf den Sand einen Teller zu stellen. Der von mir erworbene Quarzsand hat weiterhin den Vorteil, dass man ihn nicht waschen muss. Er enthält fast keine Schwebstoffe und inkl. Mattenfilter verschwindet die leichte Trübung des Wassers bereits nach einem Tag.
|
|
|
Einfahrzeit
|
|
|
|
 |
 |
|
In schlechten Aquaristikgeschäften bekommt man zum Aquarium gleich die ersten Fische mitverkauft. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat man an diesen Tieren keine besonders lange Freude, wenn diese sofort nach dem Einrichten eingesetzt werden. Die Bakterienflora, die die Ausscheidungen der Aquarienbewohner abbaut und in ungiftiges Nitrat umwandelt, hat sich noch nicht gebildet. So genannte Bakterienstarter können diesen Ansiedlungsprozess zwar verkürzen, trotzdem ist eine Einfahrzeit von 3-6 Wochen notwendig. Erst nachdem sich der Nitrit-Peak eingestellt hat und die Wasserwerte wieder normal sind, kann über den ersten Besatz nachgedacht werden. Auch dann zum Wohle der Fische nicht den kompletten Besatz an einem Tag kaufen und einsetzen. Die Bakterienflora muss sich erst an die neuen Bewohner anpassen, eh man weitere Tiere dazusetzen kann. Ansonsten kommt es schnell wieder zu einem Anstieg von giftigem Ammonium / Ammoniak und Nitrit im Becken.
|
 |
 |
|
Ich gebe bei jedem Wasserwechsel während der Einfahrzeit Mulm aus meinen anderen Becken mit in die neuen Aquarien. In diesem “braunen Dreck” siedeln Millionen von Bakterien, die für ein stabiles Aquarium notwendig sind. Durch das Einbringen der Bakterien kann ich die Einfahrzeit auf 3 Wochen reduzieren. Der Nitrit-Peak dauert bei mir nur 1-2 Tage und ist kaum messbar. Einen eingefahrenen Mattenfilter erkennt man gut daran, dass das Blau des Filterschaumstoffs einem braungrün gewichen ist.
|
 |
 |
|
Wer in solch einem Becken später Fische halten will, die einen niedrigen PH-Wert und einen hohen Anteil an Huminsäuren im Wasser benötigen, sollte das Aquarienwasser erst nach dem Einfahren auf die neuen Bewohner einstellen. Ich konnte beobachten, dass Laub, Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter in einem noch nicht eingefahrenen Aquarium die Bakterienansiedlung verlangsamen und den Nitrit-Peak in ungeahnte Höhen treiben. Dies liegt wohl nach meinen Vermutungen daran, dass frei herumschwimmende Bakterien noch vor dem Besiedeln des Filterschaumstoffs abgetötet werden. Haben sie es sich einmal in der Matte gemütlich gemacht, sind sie von einem schützendem Schleimfilm umgeben, der die nützlichen Filterbakterien schützt.
|
|
|
|