Betta splendens in Bangkok

Auf Thailands größtem Zierfischmarkt

Asien ist berühmt für seine Märkte. Es gibt sie in jedem noch so kleinem Dorf und das nicht selten rund um die Uhr. Insbesondere in Thailand ist diese Marktkultur sehr verbreitet und egal wo man ist, ein Besuch des örtlichen Marktes lohnt sich immer. Städte wie Bangkok besitzen nicht nur einen Markt, sondern gleich mehrere, für jede Produktgruppe mindestens einen. Der mit Abstand größte jedoch, den ich jemals in Asien besucht habe, ist der Talat Chatuchak, oder wie man Ihn auf englisch nennt der Weekend-Markt.

Auf ihm scheint es nichts zu geben, was es nicht gibt. Dabei erstreckt er sich über ein riesiges Areal, dass man unmöglich an einem Tag ablaufen kann. Mit dem Skytrain, einer Art Straßenbahn, die auf riesigen Stelzen über den Häusern der Stadt fährt und ab April auch mit der neu gebauten U-Bahn, kommt man innerhalb von 15 Minuten vom Zentrum, bis zur Endhaltestelle, an der der Markt stattfindet. Von überall strömen die Menschen herbei. Bettler sitzen am Wegesrand und hoffen auf ein paar Baht. Tausende machen sich auf den Weg zum Einkaufen oder weil sie bloß schnell etwas essen wollen. Die zahlreichen Stände vor dem Eingang des Marktes laden dazu ein. Der Markt findet jedes Wochenende auf einem großen Freigelände statt, auf dem zahlreiche feste, überdachte Stände gebaut sind. Jeder Bereich ist für bestimmte Produktgruppen reserviert. Natürlich muss man auf diesem Markt nicht verhungern. Praktisch an jeder Ecke sind kleine Garküchen, Obststände oder Cafés. Ganz am Rand des Marktes findet man sogar einen Bereich, der für Künstler reserviert ist. Diese bieten dort Ihre Bilder und Plastiken an, während man es sich in einem der Café gemütlich machen kann. Trotz Plan mit einem Grundriss des Marktes, hat man es nicht leicht, sich in den engen Gassen zurecht zu finden.

Doch auch Liebhaber von Betta-Wildformen wie Betta imbellis, Betta smaragdina und Betta sp. Mahachai finden hier und dort einen Stand, an dem Wildfänge oder Nachzuchten verkauft werden. Offensichtlich sind diese wilden Bettas aber nicht besonders bei den thailändischen Käufern beliebt. Verständlich, findet man sie doch oft genug in Biotopen in vielen Gegenden Thailands. So werden diese Wildfänge nur all zu oft wegen der für Thais schöneren Farben untereinander gekreuzt. Das Ergebnis sind Hybriden aus Betta imbellis und smargdina oder so wunderschöne Züchtungen wie Betta splendens Copper, ein dunkelrot-silbern leuchtender Fisch. Es ist also wichtig genau nachzufragen, was für eine Art dort angeboten wird.

Wir fanden zwei Geschäfte, die wir auf jeden Fall wieder besuchen werden. Beide haben sich auf Betta-Wildformen spezialisiert. So wurden dort zahlreiche Fundortvarianten von Betta splendens und der auch in Deutschland immer beliebter werdende Betta sp. Mahachai angeboten. Ein Herkunfts- und Zuchtbericht dieser interessanten Betta-Art ist seit kurzem online.

Praktisch für jeden gibt es etwas auf dem Weekend-Markt, nicht nur Zierfischfans. Egal ob man noch ein Souvenir für die Lieben zu Hause, ein paar günstige Jeans oder auch nur exotisches Obst besorgen möchte.

Hauptgrund für unseren Besuch war jedoch der Tiermarkt und hier insbesondere die Zierfische. In einem Außenbereich des Marktes wurden viele kleine Geschäfte angesiedelt, die sich meißt auf bestimmte Fische spezialisiert haben. Neben bunten Barschen und den Lieblingsfischen der Thais den Goldfischen und Kois werden hauptsächlich Kampffische der Gattung Betta splendens angeboten.

Zahlreiche “fliegende” Händler haben Ihre Stände direkt an der Straße aufgebaut und verkaufen entweder schon fertig abgepackt oder in Gläsern zu Schau gestellte Zuchtformen von Betta splendens. Hier und da bekommt man auch getrocknete Seemandelbaumblätter,  Wasserpflanzen oder andere nützliche Dinge für Aquarianer, die meisten im Vergleich mit Deutschland auch recht preiswert..

Betta Hybride
Betta sp. Mahachai

Betta-Arten, die nicht zum splendens-Formenkreis gehören sind nur schwer zu bekommen. In Süd-Thailand gibt es einige Fundorte von Betta simplex, andere Bettas wie die großen maulbrütenden Arten des unimaculata-Formenkreises oder die kleinen roten Schaumbestbauer (wie Betta  burdigala oder Betta coccina) stammen nicht aus Thailand und sind unter thailändischen Aquarianern wohl auch nicht so bekannt.

Leider war es nicht möglich alle Tiere, die wir gesehen haben, zu fotografieren, da sie in kleinen Gläsern oder Tüten mit Seemandelbaumblätter aufbewahrt wurden, die das Wasser gelb färbten. Wegen jeder Menge Betta-splendens-Wildfängen aus Khonburi konnten wir dieses Mal nicht so viel einkaufen. Aber wir kommen wieder! Der Transport der Tiere ist recht unkompliziert, wenn man einige Dinge beachtet.

Mehr Bilder von diesem faszinierenden Markt gibt es in der Bildergalerie unter folgendem Link:

Mehr Fotos vom Markt in Bangkok

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letzte Aktualisierung: 11.11.2005