Zierfische aus Asien

Hinweise zum Transport von Aquarienfischen

Immer wieder werde ich gefragt, wie ich meine Wildfänge aus Thailand oder Einkäufe von den Zierfischmärkten gesund nach Hause bringe. Zum einen sind Labyrinthfische sehr anpassungsfähig und kommen über eine gewisse Zeit auch mit nicht ganz optimalen Haltungsbedingungen aus. Zum anderen gibt es einige Dinge, mit denen man den Transport der Fische bis zum heimischen Aquarium so einfach wie möglich machen kann. Die Hinweise beziehen sich hauptsächlich auf Kampffische der Gattung Betta splendens.

Worin transportieren?

Üblicherweise werden Zierfische bei uns in Plastiktüten transportiert. Der Nachteil dieser Transportart ist, dass man sehr viel Platz für die einzelnen Fische braucht und die Tüten sehr leicht kaputt gehen. Besser eignen sich für unsere Zwecke kleine 0,5 oder 0,6 l PE-Wasserflaschen, die es in Thailand oder anderen asiatischen Ländern in jedem Supermarkt gibt. Idealerweise muss man die nicht einmal extra für die Fische kaufen, da man ja eh immer Mineralwasser benötigt und die Flaschen praktisch als Abfall anfallen. Diese Plastikflaschen haben den Vorteil, dass sie stabil, kompakt und mittels Schraubverschluss dicht verschließbar sind. In diese Flasche wird ein Drittel Wasser gegeben. Wichtig bei Wildfängen ist es möglichst Wasser zu verwenden, dass vom Fundort stammt, d. h. man nimmt aus dem See oder Tümpel einfach ein paar Liter Wasser für den Rest der Reise mit. Gekaufte Bettas sind da einfacher, diese werden meist in überall erhältlichen Osmosewasser gehalten und kommen prima mit dem Mineralwasser aus unseren Flaschen klar.

In diese Flasche wird ein Stück Seemandelbaumblatt gegeben. Dieses erhält man in Bangkok in fast jedem Zierfischgeschäft oder trocknet sich einfach selber ein paar Blätter. Seemandelbäume trifft man recht häufig in Asien an. Die Blätter stärken die Abwehrkräfte der Fische durch Anreicherung mit bakterien- und pilzhemmenden Wirkstoffen.

In solch einer Flasche sollte man nicht mehr als einen Fisch transportieren. Bei Betta splendens versteht sich dies schon von selbst, da sich die Kampffische ansonsten untereinander verletzen könnten. Da Labyrinthfische auch atmosphärische Luft atmen können, dienen die restlichen zwei Drittel des Flascheninhalts als Sauerstofflieferant. Trotzdem fand ich es besser die Flaschen im Hotel offen stehen zu lassen, damit ein Luftaustausch stattfinden kann. Fast noch wichtiger als die Versorgung mit Luft ist für tropische Zierfische richtig temperiertes Wasser. Gerade in Ländern wie Thailand oder Singapur hat man da ein Problem, da man auf der Straße durchaus Temperaturen von mehr als 30° C antreffen kann, in vielen Gebäuden und im Hotel aber oft eine Klimaanlage die Raumtemperatur bis auf 15° C herunterkühlt. Direkte Sonneneinstrahlung auf die Tasche, in der sich die Flaschen befinden, sollte also vermieden werden. Ebenso ist eine Klimaanlage abzuschalten oder so einzustellen, dass die Raumtemperatur das Wasser in den Flaschen nicht auskühlt. Um das Transportwasser nicht unnötig zu belasten, sollte den Fischen kein Futter gegeben werden. 2 Wochen halten erwachsene  Kampffische ohne Problem aus.

Im Flugzeug

Vor dem Abflug empfiehlt es sich noch mal das Wasser zu wechseln. Auf meinem letzten Flug habe ich die Tiere im Handgepäck mitgenommen. Jedoch weiß ich von anderen Aquarianer, dass sie auch schon Fische im Hauptgepäck aufgegeben haben. Offiziell ist die Mitnahme von Tieren im Passagierraum nicht möglich. Mir war das Risiko im Frachtraum aber zu groß. Etwas Zeitung bewahrt die Flaschen vor dem Auskühlen. Bei der Sicherheitskontrolle hatte ich keine Probleme. Da es sich auch nicht um geschützte Tierarten handelt, von deren Ausfuhr ich nur dringend abraten kann, dürfte es im ausführenden Land auch keine Probleme geben. Die Einfuhr in Deutschland stellt sich bei einer Kontrolle eventuell schwieriger dar, da man nicht von jedem Zollbeamten verlangen kann sich mit Zierfischen und deren Einstufung in die Liste der gefährdeten Arten auszukennen. Prinzipiell ist die Einfuhr von Zierfischen aus Thailand erlaubt, sofern es keine geschützten Arten nach dem Washingtoner Abkommen sind. Jedoch kann der Zoll eine Beschau der Kampffische durch einen Tiermediziner verlangen, der den artgerechtem Transport prüft und eventuell eine Quaratänezeit verlangt. Bisher ist mir aber noch niemand begegnet der Problem dieser Art auf einem deutschen Flughafen hatte.

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letzte Aktualisierung: 11.11.2005