Kleine Fruchtfliege

Zuchtanleitung für Drosophila melanogaster

Fruchtfliegen sind das aus meiner Sicht unkomplizierteste und am einfachsten zu züchtende Lebendfutter für Zierfische. Die Fliegen schwimmen an der Wasseroberfläche des Aquariums und werden z. B. von Kampffischen und Bärblingen gerne gefressen.

Es gibt zwei Arten von Fruchtfliegen, wobei ich nur die kleinere Art Drosophila melanogaster züchte, da für meine Betta-Wildformen die Verwandte Drosophila hydei zu groß ist. Die im Aquaristikhandel erhältlichen Fliegen sind flugunfähig, d. h. sie bewegen sich nur hüpfend vorwärts. Man muss also keine Angst haben, dass beim Öffnen des Ansatzes ein Schwarm Fruchtfliegen aus dem Glas kommt.

Für einen Zuchtansatz eignen sich Gläser, idealerweise nimmt man die bauchigen Einmachgläser von Weck. Für meine Becken reicht in aller Regel ein Ansatz aus dem ich ca. 2 Wochen jeden Tag füttern kann. Insbesondere am Anfang sollte man aber mehrere kleine Gläser ansetzen, da es schon mal passieren kann, dass ein Nährbrei anfängt zu schimmeln.

Kulturanleitung

Zutaten:

  • 1 bauchiges Glas
  • eine alte Eierpackung
  • ein Haushaltsgummi
  • ein Zellstofftaschentuch oder Küchenpapier
  • mindestens 20 Fruchtfliegen

Die Hefe und der Zucker  werden im Apfelessig aufgelöst und die Banane in kleinen Stücken hinzugegeben. Das ganze wird zu einem noch recht flüssigen Brei gerührt. Testweise habe ich in den Nährbrei Spirulina-Pulver gegeben (ca. 1 Teelöffel), so dass der Brei eine grüne Farbe bekommt. Ansätze mit dieser sehr nährstoffreichen Alge sind sehr ergiebig und bringen recht agile Tiere hervor. Die Haferflocken werden unter den noch recht flüssigen Brei gerührt bis dieser etwas eindickt. Er sollte nicht zu nass sein, da die Fliegen ansonsten in ihm ertrinken oder gar alles anfängt zu schimmeln, ein zu fester Brei trocknet aber recht schnell aus. Mit der Zeit  bekommt man ein Gefühl dafür welche Konsistenz der Nährbrei haben sollte.

  • eine Banane
  • Haferflocken
  • 2 Esslöffel 5%iger Fruchtessig, vorzugsweise Apfelessig
  • 1-2 Esslöffel Zucker
  • etwas frische Hefe oder Trockenhefe
  • Spirulina-Pulver
  • optional ein Vitaminpräparat
Fertig angerührter Nährbrei
Frischer Ansatz für Drosphila

Dieser hellgrüne Nährbrei wird bis zu einer Höhe von 2-5 cm in das Glas gegeben. Je mehr Nahrung für die Fliegen zur Verfügung steht, desto ergiebiger wird der Ansatz und um so länger kann man regelmäßig Fliegen aus ihm ernten. Üblicherweise ist der Nährbrei nach 2 Wochen von den Maden fast völlig aufgefressen worden und der Ansatz bricht zusammen.

Damit die Fliegen einen Platz zum sitzen haben, wird z. B. ein Stück einer alten Eierverpackung oder eine leere Toilettenpapierrolle in das Glas gegeben. Unsere Fruchtfliegen können zwar nicht fliegen, aber dafür um so besser hüpfen. Deswegen sollte bereits jetzt das Taschentuch bzw. Küchenpapier und der Haushaltsgummi bereitliegen, um das Glas so schnell wie möglich zu schließen. Aus dem alten Ansatz werden mindestens 20, bei mir normalerweise bis zu 100 frisch geschlüpfte Fruchtfliegen in das Glas gegeben und dieses sofort verschlossen. Ansonsten verteilen sich die Drosophila schneller als man denkt im ganzen Raum.

2 Wochen alter Drosophila-Ansatz
mit Puppen und Fliegen

Das Glas stellt man nun in einen Raum mit ca. 20 - 25° C. Der Ansatz muss nicht mehr gepflegt werden. Die im Ansatz befindlichen Fliegen fressen sich in den nächsten Tagen kugelrund, legen Eier aus denen als bald kleine, weiße Maden schlüpfen. Diese benötigen etwas mehr als eine Woche um auf eine Größe von 4-5 mm anzuwachsen. Die Maden klettern dann an der Scheibe und der Eierpackung empor, verpuppen sich und bereits nach ein paar Tagen schlüpfen jede Menge kleine Fliegen. Die Maden sind übrigens eine willkommene Mahlzeit für meine Fische. Sobald die Maden am Glas hoch kriechen, kann man sie mit Hilfe eines Pinsels entnehmen und verfüttern. Jedoch nehme ich an, dass diese einen sehr hohe Fettgehalt haben und deshalb nur zur gelegentlichen Verfütterung geeignet sind.

Die ersten frischgeschlüpften Fliegen aus dem Glas werden für die Zubereitung eines Fruchtfliegenansatzes hergenommen. Üblicherweise dauert es 2 Wochen bis man aus einem frischen Glas Fruchtfliegen ernten kann, d. h. wenn man alle 2 Wochen ein Glas ansetzt, hat man ständig gesundes Lebendfutter.

Am Anfang benötigt man etwas Übung, um die Fliegen so zu verfüttern, dass nur die gewünschte Menge im Becken und nicht alles im Raum landet. Hierzu am besten das Glas schütteln, so dass die Fliegen, die üblicherweise direkt unter dem Deckel sitzen nach unten fallen. Der Gummi wird vorsichtig an einer Seite gelöst und der Zellstoffdeckel etwas geöffnet. Die Fliegen können nun durch die kleine Öffnung ins Becken gegeben werden. Wenn man das Glas gleich wieder verschließt können die übrigen Drosophilas nicht flüchten. Wenn der Ansatz zu nass ist oder zu warm steht bildet sich schnell Schimmel, insbesondere Blauschimmel. Abraten würde ich auch davor nachträglich Fruchtsaft oder Wasser ins Glas zu geben, wenn die Nährmasse zu trocken wird. Bei mir fing dann sofort alles an zu schimmeln.

Ich gebe selber keine Futterkulturen ab, aber unter folgendem Link gelangt man zu  Internetshops die Lebendfutter in sehr guter Qualität anbieten.

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letzte Aktualisierung: 12.11.2005