Garnelenaquarium

Garnelenaquarium

Tipps zum Einrichten eines Aquariums für Süsswassergarnelen

Wohl kaum ein Bewohner unserer Süsswasseraquarien ist in den letzten Jahren so beliebt geworden wie Zwerggarnelen. Dutzende verschiedene Arten in immer neuen Farbmutationen werden  inzwischen im Fachhandel oder Internet angeboten. Manche dieser Garnelen gibt es leider immer noch nur zu völlig überzogenen Preisen, da die Nachfrage größer ist, als das Angebot. Wenn man sich für den Kauf dieser putzigen Tierchen entschieden und dabei nicht selten einen nicht gerade kleinen Betrag bezahlt hat, sollte man ihnen auch ein Aquarium einrichten, in dem sie sich nicht nur wohl fühlen, sondern auch vermehren.

Art- oder Gesellschaftsaquarium

Caridina denticulata mit Eiern

Damit dies auch gelingt, ist am besten ein Artaquarium geeignet, also ein Becken in dem nur Garnelen leben. Natürlich lassen sich viele Zwerggarnelenarten auch problemlos in Gesellschaftsbecken pflegen, sofern keine Fressfeinde in diesen gehalten werden, jedoch sollte man einiges beachten. Große bzw. aggressive Fische, die den Garnelen nachstellen, sorgen dafür, dass man diese nicht mehr sieht. Sie ziehen sich dann in Verstecke unter Wurzeln oder zwischen Pflanzen zurück. Selbst wenn man sie mit kleineren Fischarten vergesellschaftet sollte man den Garnelen genügend Verstecke einrichten. Dann hat man größere Chancen, dass auch ein paar der Junggarnelen durchkommen. Der Nachwuchs wird aber in den meisten Fällen nicht sehr zahlreich sein, da die nur etwa 1 mm großen Babygarnelen ein willkommener Snack für viele Fischarten sind.

Wer also Garnelen nicht nur als Putztrupp in einem Gesellschaftsbecken haben möchte, sollte ihnen ein eigenes Aquarium einrichten. Dann hat man auch wesentlich mehr Gelegenheiten diese interessanten Tiere zu beobachten. Ein Garnelenaquarium muss gar nicht so groß sein. Zwar konnte ich schon 300l-Aquarien bewundern, in denen nur Garnelen lebten, aber ein 25 oder 54l-Becken reicht für den Anfang völlig aus. Ein 60cm-Aquarium, dass 54 l fasst, gibt es in vielen Zoohandlungen bereits inkl. umfangreiches Zubehör zwischen EUR 30,00 und 40,00.

Tipps zum Einrichten

Red Crystal auf einem HMF

In meinem ersten Garnelenbecken sah ich immer wieder trächtige Weibchen, jedoch nur sehr wenige junge Garnelen. Nachdem ich jede Möglichkeit ausschloss, dass die Jungen gefressen werden, untersuchte ich meinen mit einer Pumpe betriebenen Hamburger Mattenfilter (HMF). Zu meiner Verwunderung fand ich hinter der Filtermatte einige Crystal Red-Junggarnelen, die offensichtlich durch die Matte in den Filterraum gewandert sind. Die hinter dem Filterschaumstoff befindliche Pumpe saugt die jungen Crystal Red an und hat wohl so den meisten Garnelenleben ein schnelles Ende bereitet. Auch viele mit einer Pumpe betriebenen Innenfilter können so schnell zur tödlichen Falle für den neugierigen Nachwuchs werden.

Eckvariante des HMF

Seit dem habe ich alle meine Aquarien mit Garnelenbesatz auf HMF’s mit Luftheber umgestellt. Der Luftstrom aus der Membranpumpe saugt das Wasser durch die Filtermatte an. Dabei wird es mit Sauerstoff angereichert und anschließend ins Becken zurückgeblasen. Sollten Minigarnelen in diesen Filter gelangen so werden sie durch den Sog nur wieder zurück ins Becken gespült, ohne, dass sie vorher eine gefährliche Pumpe passieren müssen. Hinweise zum Bau eines HMF gibt es in der Rubrik “Aquarien”. Ein HMF ist bei vielen Garnelen sehr beliebt, da in ihm Kleinstlebewesen leben, von denen sich Garnelen ernähren. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass man sie oft auf der Matte sitzend findet.

Der Filter sollte so eingestellt werden, dass ein wenig Strömung im Becken ist. Viele Garnelenarten lieben diese, ja manche wie die giftgrüne Caridina babaulti benötigen sogar etwas Strömung. Damit die kleinen Beckenbewohner nun nicht quer durch das ganze Aquarium gespült werden, benötigen sie Unterschlüpfe. Javamoos ist eine Pflanze, die sich geradezu anbietet in einem Garnelenaquarium. In den feinen Verästelungen des Mooses gibt es für Zwerggarnelen immer etwas zu futtern. Gerne halten sich meine Garnelen auch auf einer Mooskugel auf. Dies ist eine Algenart, die wie ein Kugel geformt ist und in der Schwebstoffe hängen bleiben, die wiederum sehr interessant für Zwerggarnelen sind.

Ansonsten sind feingliedrige Pflanzen bei Garnelen sehr beliebt, da sie sich an diesen festhalten können. Wichtig bei der Einrichtung fand ich immer, etwas Sandfläche für einen kleinen Laubhaufen frei zu halten. Herbstlaub dient Garnelen mit als Nahrungslieferant, da sich auch hier Infusorien und andere Lebewesen aufhalten. Ferner verstecken sie sich gerne unter den Blättern. Das Laub sollte aber erst eingebracht werden, nachdem das Becken eingefahren und der Nitrit-Peak vorüber ist. Ansonsten verlangsamen die im Laub enthaltenen Huminstoffe die Ansiedlung von Bakterien im Filter.

Ein Problem in vielen Aquarien ist die Rückwand. Zwar gibt es Aquarientapete, die man an die Rückscheibe kleben kann, aber die gefällt nicht unbedingt jedem. In fast allen meiner Becken nutze eine 3 cm starke Filterschaumstoffmatte als Rückwand. Diese wird an die Rückscheibe geklemmt und mit Javamoos sowie Javafarn bepflanzt. Mit der Zeit wächst der Schaumstoff völlig zu. Alternativ kann auch ein Plastikmaschendraht genommen werden, zwischen den das Javamoos gebunden wird. Garnelen werden sich dort gerne aufhalten. Eine Heizung ist in solch einem Aquarium nicht notwendig. Süsswassergarnelen kommen mit Wassertemperaturen zwischen 20° C und 24° C ganz gut klar. Manche Züchter berichten sogar, dass die Vermehrung bei Wassertemperaturen ab 25° C eingestellt wird.

Aquarium für Crystal Red und Caridina denticulata

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Garnelenaquarium recht günstig ist, da man auf die sonst übliche Technik wie CO2-Düngung oder Heizung verzichten kann. Deswegen ist ein Becken mit Garnelen gerade auch für Einsteiger in die Aquaristik zu empfehlen. Abwechslungsreiche Nahrung mit Frostfutter, Spirulina und Gemüse vorausgesetzt, müssten die Kleinen recht bald viel Nachwuchs bekommen

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letzte Aktualisierung: 09.04.2005