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Nachdem ich mit meiner Enchyträen-Zucht nicht sehr erfolgreich war, besorgte ich mir einen Ansatz Grindal (Enchytraeus buchholzi). Diese kleinen, weißen Würmer sind eng mit den Enchyträen verwandt, bleiben aber mit max. 10 mm deutlich kleiner. Aufgrund dieser geringen Größe eignen sie sich auch als nährstoffreiches Lebendfutter für Jungfische. Grindal sind reich an Eiweiß aber leider auch an Fett, weswegen die Würmer nicht all zu oft verfüttert werden sollten. Es empfiehlt sich sie abwechselnd mit ballaststoffreichem Futter wie Moina oder Daphnien zu verfüttern.
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Im Internet findet man zahlreiche Zuchtanleitungen für Grindalwürmer, die auf unterschiedlichen Kultursubstraten wie Schaumstoff oder Seramis basieren. Meinen Ansatz bekam ich in gewöhnlichem Gartentorf, wie man ihn in jedem Bau- oder Gartenmarkt bekommt. Wichtig ist, dass dieser nicht mit Dünger angereichert wurde. Widererwartend ist der Ansatz auf diesem Substrat recht stabil und ergiebig.
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Kulturanleitung
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Für die Einrichtung eines neuen Lebendfutteransatzes besorgte ich mir eine Plastikdose inkl. Deckel mit den Maßen 30 x 20 x 7,5 cm, in die eine 1-2 cm hohe Torfschicht gefüllt wurde. Da Gartentorf meistens recht trocken ist, sollte dieser mindestens einen Tag gewässert werden. Erst dann etwas Torf mit ein paar Würmern aus dem alten Ansatz entnehmen und in das neue Zuchtgefäß geben. In die Mitte der Schale lege ich immer eine Plexiglasscheibe, unter der sich die Würmer später sammeln und so leichter entnommen werden können. Luftlöcher habe ich keine im Deckel der Plastikdose. Allerdings sollte man den Deckel nicht fest auf die Dose legen, da die Würmer ansonsten ersticken.
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Grindalwürmer sind immer recht hungrig. Der neue Lebendfutteransatz muss deswegen gleich mit Futter versorgt werden. Auch hier zeigten sich die Würmer als nicht besonders anspruchsvoll. Wenn nur wenig Zeit vorhanden ist, füttere ich einfach ein paar Haferflocken, die nur mit etwas Wasser besprüht werden. Sehr vermehrungsfreudig sind Grindal nach dem Verfüttern von Spirulina-Sticks aus Eigenproduktion. Diese enthalten neben Spirulina, einer sehr nährstoffreichen Alge, nur einfaches Erbsenpüree. Möglich ist auch die Verfütterung von Trocken- oder Flockenfutter für Fische. Allerdings ist dies auf Dauer recht teuer. Sowohl Haferflocken als auch Spirulina-Sticks sind innerhalb eines Tages restlos aufgefressen.
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Beste Ergebnisse habe ich jedoch mit einem Nährbrei, den ich eigentlich für meine Mikrowürmer-Zucht zusammenstelle. Dieser besteht aus Milch, Haferflocken, Spirulina und Hefe. Das ausführliche Rezept gibt es auch hier noch mal zum nachlesen. Wie bei den Mikros verfärben sich die Grindal nach dem Verfüttern dieses Breis leicht grün, was auf das Spirulina-Pulver zurückzuführen ist. Ich gehe davon aus, dass die Würmer durch diesen Zusatz von Spirulina auch mit Vitaminen und anderen wichtigen Nährstoffen angereichert werden und so noch wertvoller für die Fische sind. Bereits 24 Stunden später wimmelt es unter der Glasscheibe nur so von Würmern.
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Zum Verfüttern halte ich die Plexiglasscheibe einfach etwas ins Becken. Die Würmer lösen sich dann und sinken nach unten. Alternativ kann man auch mit einem Pinsel oder ähnlichem die Würmer von der Scheibe abnehmen und verfüttern. Etwa aller 2-3 Tage muss ich aus solch einem Ansatz Würmer entnehmen, da die Population im Gefäß sich sonst zu stark vermehrt. Nach dem Verfüttern die Scheibe reinigen, da diese sehr schnell verschmutzt. Schließlich wollen wir ja nur das Lebendfutter im Becken haben, nicht auch noch Würmerdreck.
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