Seemandelbaumblätter

Natürliches Heilmittel für Zierfische aus Asien

In Asien ist die positive Wirkung von Seemandelbaumblättern im Aquarium schon seit längerem bekannt. Züchter von Diskusfischen z. B. setzen die Blätter zur Behandlung von bakteriellen Krankheiten ein und Halter von Kampffischen in Thailand schätzen die heilfördernde Wirkung der Blätter bei verletzten Fischen. Bakterielle Infektionen von Bisswunden treten bei Einsatz von Seemandelbaumblättern seltener auf, der Heilungsprozess ist schneller als ohne Blätter. So ist es verständlich, dass man die Blätter in vielen Becken von Kampffischen und deren Wildformen auf dem Zierfischmarkt in Bangkok findet.

Auch beim Transport von Zierfischen sind Seemandelbaumblätter nützlich, da die Tiere durch die Stoffe der Blättern in den Transportbehältern weniger geschwächt werden. In Deutschland finden die Blätter des Seemandelbaums (Terminalia catappa) erst seit einiger Zeit Einzug in Aquarien. Oft sind es die z. T. immer noch hohen Preise, die viele davon abhalten sich die Blätter anzuschaffen.

Seemandelbaumblätter eingesetzt im Aquarium bilden durch die Abgabe von Huminstoffe und Gerbsäuren ein natürliches Klima für unsere Fische, ähnlich dem, wie sie es auch in freier Natur vorfinden. Die Blätter tragen somit zur Steigerung des Wohlbefindens und damit der Abwehrkräfte bei. Weiterhin geben die Blätter schleimhautschützende Stoffe ab und wirken antibakteriell sowie pilzhemmend. Laich verpilzt z. B. nicht mehr so schnell. Je nach Menge der eingesetzten Blätter verfärbt sich das Aquarienwasser durch die Huminstoffe gelblich. Der Ph-Wert wird bei entsprechend niedriger Karbonathärte geringfügig gesenkt.

Diese Wirkung wird in der asiatischen Naturmedizin schon länger genutzt, weswegen z. B. die Blätter und - wie man mir in Laos erzählte - die Rinde des Baumes für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Seemandelbäume findet man in ganz Asien. Oft werden die Bäume als Schattenspender gepflanzt, da die großen Blätter ein dichtes Dach bilden, was vor den heißen Strahlen der Sonne schützt. Aber auch am Meer, in Strandnähe sieht man diese Pflanze des öfteren. Offensichtlich ist der Baum sehr anpassungsfähig, da er auch mit leicht salzhaltigem Grundwasser zurecht kommt.

Jedoch eignen sich nicht alle Blätter des Seemandelbaums für den Einsatz im Aquarium. Das frische Laub des Seemandelbaumes ist leuchtend grün. Mehrmals im Jahr verfärben sich die Blätter gelb / rot und fallen zu Boden. Diese Blätter werden dann gewaschen und getrocknet. Leider konnte ich schon öfters sehen, dass in deutschen Geschäften getrocknete, grüne Blätter des Seemandelbaums verkauft wurden, die die gewünschten Inhaltsstoffe nur bedingt enthalten. Wie mir Kampffisch-Halter in Bangkok bestätigten, sollte aber nur das “reife”, gelbrote Laub verwendet werden, da dieses alle für uns wichtigen Stoffe enthält. Abgesehen davon beinhalten die roten Blätter keinen Blattsaft wie das grüne Laub mehr. Dieser weißliche Saft kann für Fische giftig sein. Ein Seemandelbaumblatt reicht normalerweise für ca. 100 l Wasser. Wobei dies nur als Richtwert anzusehen ist, schließlich sind die Blätter unterschiedlich groß und insbesondere im Fachhandel bekommt man oft nur Blätterbruch. Inzwischen gibt es auch einige Produkte, die auf der Basis von Blättern des Seemandelbaums beruhen. Diese sind oft stark konzentriert.

Prinzipiell setze ich die Blätter in allen Becken mit Jungfischen ein. Aber auch in Gesellschafts- aquarien können Seemandelbaumblätter Krankheiten vorbeugen. Ab und zu bringe ich ein paar Blätter aus Asien mit, die ich gerne auch an interessierte Aquarianer abgeben. Anfragen bitte per Mail bzw. Kontaktformular.

Fotos über die Verarbeitung der Blätter vor Ort unter folgendem Link:

Die Verarbeitung von Seemandelblättern

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letzte Aktualisierung: 26.05.2007