Wasserflöhe

Zuchtanleitung für Daphnien

Daphnien, wie die bei uns in Seen und Tümpeln vorkommenden Wasserflöhe heißen, sind wohl das klassische Lebendfutter in deutschen Aquarien. Einfach zu beschaffen und leicht züchtbar wurden sie schon in den Anfängen der Aquaristik als Zierfischfutter eingesetzt. Dabei eignen sich Wasserflöhe nur bedingt als Hauptnahrung für unsere Fische, da sie zwar viele Balaststoffe aber kaum Nährstoffe wie Eiweiß enthalten. Als Ergänzungsnahrung tragen Wasserflöhe mit zur Gesundheit unserer Aquarienfische bei. Üblicherweise bekommt man bei uns hauptsächlich Daphnia magna, die bis 5 mm groß werden. Allerdings gibt es auch kleinere Arten wie Daphnia pulex.

Kulturanleitung

Daphnien sind in kleinen und großen, mit Wasser gefüllten Gefäßen zu züchten. Je größer dieser Behälter ist, desto stabiler laufen die Ansätze. Bei mir steht auf dem Balkon ein altes 80er-Becken, dass dort - abgesehen von den frostigen Wintermonaten - je nach Jahreszeit mehr oder weniger ergiebig Wasserflöhe liefert. Jedoch eignen sich auch 10l-Eimer. Das Wasser in diesen kann aber schneller “umkippen” und der Ansatz damit absterben. Wer einen Garten hat, der sollte einfach eine alte Wanne o. ä. aufstellen.

In das Gefäß Aquarien-, Regen- oder Leitungswasser geben und am besten ein paar Tage auf dem Balkon stehen lassen, so dass sich darin Algen bilden können. Wasserflöhe sind Filtrierer, d. h. sie holen unermüdlich feine Bestandteile aus dem Wasser. Algen sind die Hauptnahrung von Wasserflöhen in der Natur. Etwa nach einer Woche gebe ich einen Wasserfflohansatz in das Becken. Jeden Tag füttere ich etwas in Wasser aufgelöste Trockenhefe. Die Menge sollte lieber etwas zu knapp bemessen sein, da die Daphnien in sauerstoffarmen Wasser schnell absterben. Das Wasser sollte spätestens nach einem halben Tag wieder klar sein. Während ich die Hefelösung ins Becken gebe, wird der Inhalt etwas umgerührt damit sich alles gut verteilt und nicht nur auf den Boden sinkt, sowie um etwas Sauerstoff ins Wasser zu bringen. Eine extra Belüftung ist nicht notwendig. Die ideale Vermehrungstemperatur liegt bei 18° - 25° C. Bei Temperaturen darüber kann die Kultur schnell absterben. Kühleres Wasser vermindert die Vermehrungsfreudigkeit der Wasserflöhe.

Wichtig für das biologische Gleichgewicht im Becken sind Schnecken. Bei mir haben sich am besten Blasenschnecken und Posthornschnecken bewährt, da diese recht widerstandsfähig auch gegen Temperaturschwankungen sind. Turmdeckelschnecken sterben recht schnell ab. Die Schecken ernähren sich von den Häutungsrückständen der Wasserflöhe sowie von abgestorbenen Tieren. Hefereste, die sich am Boden absetzen, werden von den Schnecken auch gerne gefressen. Sie halten damit das Wasser sauber und den Zuchtansatz stabil. Je größer und fresslustiger die Schneckenpopulation im Becken war, desto mehr Wasserflöhe konnte ich ernten. So ein Ansatz kann monatelang sehr ertragsreich sein, ohne dass er weitere Pflege benötigt. Bei kleineren Gefäßen kann es jedoch notwendig werden, dass man etwas Wasser wechseln muss. Da der Ansatz nicht riecht, ist es möglich Wasserflöhe auch in geschlossenen Räumen zu züchten. Allerdings sollte man dann darauf achten, dass die Daphnien nicht im Dunkeln stehen.

Ich gebe selber keine Futterkulturen ab, aber unter folgendem Link gelangt man zu  Internetshops die Lebendfutter in sehr guter Qualität anbieten.

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letzte Aktualisierung: 11.11.2005